So pflegt Ihr die Tomatenpflanzen.

Geschmacklich werden unsere Tomaten ja auch sehr gut, da wir schon ganz am Anfang die richtige Sortenauswahl getroffen haben.
Fassen wir noch einmal kurz zusammen:

  1. Wir haben uns ganz am Anfang schon gute Tomatensorten ausgesuchtCocktailtomaten
  2. Diese in Aussaterde gepflanzt
  3. Beim Umtopfen dann Pflanzerde verwendet
  4. Und beim Einpflanzen die jungen Pflanzen tief in die Erde gesetzt

Welche Punkte sollten wir jetzt noch bis zur Ernte beachten:

Tomaten richtig gießen

Tomaten benötigen im Vergleich zu anderen Pflanzen viel Wasser und Nährstoffe. Daher sollten wir immer darauf achten die Pflanzen ausreichend feucht zu halten. Tägliches Gießen lohnt sich auf jeden Fall. Die Erde soll nicht triefend nass sein, aber gut feucht. Mit zunehmender Größe der Tomatenpflanze steigt auch der Wasserbedarf, da die Pflanzen über Ihre Blätter auch viel Wasser verdunsten.

So düngt man Tomaten richtig

ist auch ein sehr wichtiger Punkt, da Tomaten Starkzehrer sind. Genau wie Gurken und Paprika benötigen Tomatenpflanzen einen nährstoffreichen Boden. Am besten Ihr verwendet beim Einpflanzen schon Pflanzerde. Die ist schon mit etwas Dünger angereichert. Ist die Pflanze so ca. einen Meter groß sollte zusätzlich gedüngt werden. Am besten ist dabei flüssiger Tomatendünger. Der kann sehr gut dosiert werden und hat alles was eine Tomatenpflanze braucht.

Seitentriebe ausbrechen (ausgeizen)

Dies ist für mich auch ein sehr wichtiger Punkt für die Gesundheit und die gute Entwicklung der Tomatenpflanze. Das Ausbrechen der Seitentriebe hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen wird sich die Tomatenpflanze besser und kräftiger entwickeln, da die Pflanze nur einen Haupttrieb und die Früchte versorgen muss. Der Geschmack der Früchte wird besser sein als wenn die Pflanze noch mehrere Seitentriebe versorgen muss. Und ein ganz wichtiger Punkt ist das die Pflanze genügend Luft bekommt. Es kann sich auch bei feuchtem Wetter nicht mehr so viel Feuchtigkeit bilden und der größte Vorteil ist die Braunfleckenkrankheit kann sich nicht ausbreiten.

Das Gewächshaus sollte immer gut gelüftet werden

Eine gute Belüftung ist für die Gesundheit der Pflanzen fast genauso wichtig wie Gießen und Düngen. In meinem Gewächshaus habe ich noch ein zweites Dachfenster eingebaut, mit automatischen Fensteröffner. Ein seitliches Lamellenfenster, was auch einen automatischen Öffner besitzt und meine Gewächshaustür steht fast das gesamte Jahr über offen. Nur damit immer genügend Umluft im Gewächshaus ist, selbst wenn es im Frühjahr oder Herbst etwas kühler wird. Tomatenpflanzen vertragen etwas kühlere Temperaturen viel besser als viele denken. Und wenn die Sonne auf das Gewächshaus scheint erwärmt sich die Luft im Gewächshaus, trotz offener Fenster und Türen, erheblich mehr als draußen.

Zu starke Sonneneinstrahlung vermeiden

Seinen Tomatenpflanzen im Gewächshaus Schatten zu spendieren klingt für viele im Zusammenhang mit Tomatenpflanzen vielleicht etwas komisch. Tomatenpflanzen mögen ja Wärme. Auch das ist richtig. Aber im Hochsommer kann es selbst für Tomaten zu viel werden. Dies trifft gerade auf Gewächshäuser mit Glasscheiben zu, die haben keinen UV-Schutz wie z. B. die meisten Doppelstegplatten. Daher kann es bei starker Sonneneinstrahlung im Hochsommer auch leicht zu Verbrennungen der Blätter und sogar der Früchte kommen. Aus diesem Grund ist es ratsam die Dachfläche zu beschatten. Ganz einfach ist dies mit einem Sonnenschutz-Fließ. Das Fließ ist auch in verschiedenen Größen erhältlich. Zum anderen kann man die Dachfläche auch mit einem Kalkanstrich versehen. Herstellen kann man so einen Kalkanstrich ganz einfach: Ca. 1kg gelöschten, weißen Kalk mit Wasser vermischen bis er sich leicht verarbeiten und streichen lässt. Der Kalk schadet keinem Gewächshaus und er kann auch leicht mit Wasser wieder abgewaschen werden. Oder der Regen erledigt das für Euch. So könnt Ihr ganz einfach verhindern das Eure Tomatenpflanzen einen Sonnenbrand bekommen. PS.:Eins sei noch gesagt! Sonnenschutzcreme mit Lichtschutzfaktor 50 sollte man auf keinen Fall verwenden!

Wachstum der Tomatenpflanze begrenzen

Nach dem fünften Blütenstand sollte man den Haupttrieb abschneiden. Bei uns ist im Sommer nicht mehr Zeit das die Tomaten ausreifen. Alle weiteren Blütenstände würden die Pflanze nur Kraft kosten. Die Tomaten oberhalb des fünften Blütenstandes können nicht mehr abreifen, weil der Sommer bei uns dann dem Ende zugeht. Einen weiteren Vorteil hat das Einkürzen auch noch. Wenn die Pflanze nicht so viele Früchte ernähren muss, steigt auch die Fruchtqualität, der Geschmack.

Ein Teil der Blätter sollte entfernt werden

Bei einsetzender Reife der Tomaten ist es ratsam überschüssige Blätter (Blatttriebe) zu entfernen. Auf jeden Fall sollten Blätter entfernt werden die aufeinander liegen. Denn gerade da kann sich Feuchtigkeit halten und die Braunfleckenkrankheit kann schneller entstehen. Hier nochmal der Film „Tomaten pflegen“ den ich über das Ausgeizen, Blätter entfernen gemacht habe.


 

Eigene Tomaten auf dem Balkon, Terrasse oder Wintergarten

Eines möchte ich auch nochmal erwähnen. All diese Schritte sind auch bei Pflanzung in einem Blumentopf auf dem Balkon oder im Wintergarten machbar. Ein 20L Topf je Pflanze ist dafür ausreichend und bietet der Tomatenpflanze ausreichend Platz und Nährstoffe. Dafür bitte auch Pflanzerde verwenden und wenn die Tomatenpflanze größer wird (ca. ein Meter) mit einem Flüssigdünger gießen, da die Tomaten viel Nährstoffe benötigen. Stellt den Topf an einen geschützten Platz und ich verspreche Euch Ihr werdet so leckere Tomaten ernten wie Ihr sie noch nie gegessen habt. Eine sehr gute Sorte für den Anbau in einem Topf ist auch meine Lieblings Sorte. Die Cocktailtomate Picolino.

 


 

Wer dann ausreichend Tomaten erntet, für den hab ich auch noch eine Vielzahl verschiedener und leckerer Rezepte für die Zubereitung von Tomatensalat  und andere leckere Rezepte.  Viel Spaß dabei.

  • Wenn Ihr die Punkte einigermaßen beachtet, dann habt Ihr wie im Film das Ziel erreicht.
  • Habt Ihr noch Anregungen was noch zu beachten ist, dann schreibt es einfach in die Kommentare.
  • Hat es Euch gefallen, könnt Ihr meine Beiträge gerne (unten) auf Facebook oder Google+ teilen und Eure Meinung dazu schreiben.

Ich wünsche allen viel Erfolg

PS.: Hier noch ein tolles Gewächshaus, von der Firma Beckmann mit einem gut gemachten Ratgeber rund um das Gewächshaus.

Euer Schmiddie

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Dieser Artikel ist Nr. 7 von 7 der Serie Der sichere Weg zu leckeren Tomaten

2 Kommentare für Der sichere Weg zu leckeren Tomaten Teil 6:


  • Hallo Schmiddie, erstmal möchte ich dir ein großes Kompliment aussprechen für diesen wirklich tollen, umfangreichen und sehr informativen Gartenblog! Gerade bei den Tomatenpflanzen weiß ich aus eigener Erfahrung, dass die Zucht so ihre Tücken hat. Das mit dem Ausgeizen kannte ich Gott sei Dank schon und so konnte ich mich in den letzten Jahren immer über eine gute Ernte freuen. Was mich heuer allerdings ärgert ist die Braunfäule. Meine Tomaten stehen auf der Terrasse und ich habe eine Bio-Ochsenherztomatenpflanze in der Zucht. Meine wenigen bescheidenen Früchte haben schon die ersten Anzeichen! Hast Du hier einen Tipp für mich? Liegt das an dem miserablen Frühling mit der Kälte und den Regenmassen? Meine Chillies gedeihen gut.
    Herzliche Grüße, Katrin

    • Schmiddie sagt:
      22. August 2016 um 07:39 | » Antworten

      Hallo Katrin,
      erst einmal Danke für Dein Lob. Es freut mich immer wieder so etwas zu hören. Für Deinen Tomaten kann ich aus der Ferne nur allgemein antworten. Erst einmal gibt es bei den Sorten großen Unterschiede bei der Empfindlichkeit gegen die Braunfleckenkrankheit. Aber ein paar Punkte helfen allen Tomaten gesünder zu bleiben. Ein Dach über dem Kopf, damit die Pflanze bei Regen nicht nass wird. Blätter ausbrechen die aufeinander liegen, da kann sich die Feuchtigkeit zu lange halten. Ausreichend Düngen hilft die Abwehrkräfte zu stärken.Wenn die Braunfeule dann einmal zuschlägt, gibt es nicht mehr viel um die Pflanze zu retten. Da die Krankheit sehr schnell um sich greift. Bei Befall sollte dann auch die Erde getauscht werden, da der Pilz in der Erde überwintert und im kommenden Jahr um so schneller wieder zuschlägt. Einen Tipp hab ich noch für Dich. Wenn die Krankheit ganz am Anfang ist hilft auch das spritzen mit Buttermilch. Wenn die Krankheit schon weiter vortgeschritten ist hilft eigentlich nichts mehr. Zu mindest kein gut verträgliches Mittel.
      Hast Du noch Fragen, gerne hier.
      Gutes Gelingen
      Schmiddie

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